Das Tier heißt 动物 , wörtlich „Ding, das sich bewegt“: 动 sich bewegen + 物 Ding. Die Pflanze dagegen ist 植物 , das „gepflanzte Ding“. Die meisten wilden Tiere schreibt man mit dem Hunde-Radikal 犭: 狼 der Wolf, 狐 der Fuchs, 狮 der Löwe, 猴 der Affe und sogar 猪 das Schwein. Die Tiere auf dem Hof brauchen es nicht. 牛 , 马 , 羊 und 鹿 sind Zeichnungen des Tieres selbst und dienen ihrerseits als Radikal. Die Seite Pflanzen und Tiere kümmerte sich um Hund, Katze und Goldfisch. Diese hier verlässt das Haus: erst der Wald, dann der Stall.
Viele Namen sind Beschreibungen. Die Giraffe ist 长颈鹿 , der „Langhalshirsch“. Das Nilpferd ist 河马 , das „Flusspferd“, genau wie im Griechischen und im Deutschen. Das Känguru, 袋鼠 , ist eine „Beutelratte“, und das Eichhörnchen, 松鼠 , eine „Kiefernratte“. Der Panda schließlich, 熊猫 , ist eine „Bärenkatze“. In Taiwan sagt man eher 猫熊, „Katzenbär“, und man erzählt, das Festland habe das Wort auf einem Museumsschild einfach verkehrt herum gelesen (ich habe die Geschichte nie überprüfen können). Achtung: 小熊猫 ist kein Pandababy, sondern der Kleine Panda, ein anderes Tier.
Das Deutsche hat ein Wort für das Männchen, eines für das Weibchen und eines für das Junge: Stier, Kuh, Kalb. Das Chinesische hat nur eines, 牛, und wird nur genauer, wenn es sein muss: 公 für das Männchen, 母 für das Weibchen, 小 für das Junge. Daher 公鸡 der Hahn, 母鸡 die Henne, 小鸡 das Küken. Dieselbe Sparsamkeit bei 羊, das ebenso gut das Schaf wie die Ziege ist. Will man unterscheiden, ist die Ziege das „Bergschaf“, 山羊 , und das Schaf das „Wollschaf“, 绵羊 . Deshalb ist das Jahr des 羊 in manchen Büchern das Jahr der Ziege und in anderen das Jahr des Schafes. Beide Übersetzungen sind richtig.
Was das Chinesische bei den Namen spart, holt es sich bei den Zählwörtern zurück. Rinder und Schweine zählt man nach Köpfen, 头; Pferde mit 匹; Schafe, Hühner, Tiger und Affen mit 只 (Sätze 3 und 5). Am Anfang ist das nicht selbstverständlich. Aber 只 geht für fast alle Tiere, und ein Chinese wird Sie sehr gut verstehen.
Das Schwein verdient einen eigenen Absatz. Das Zeichen 家 , das Haus, die Familie, ist ein Dach 宀 über einem Schwein 豕. Früher hielt jeder Bauernhaushalt eines, das man zum Neujahrsfest schlachtete (Satz 18). Und wenn auf einer Speisekarte 肉 ohne weitere Angabe steht, ist es Schweinefleisch (siehe Fleisch und Fisch). Heute dient das Wort vor allem zum Necken: 懒猪 , „faules Schwein“, sagt man zu jemandem, der nicht aufstehen will, und es ist eher liebevoll gemeint.
Nördlich der Großen Mauer pflügt man nicht mehr, man lässt weiden. Der Viehhirte ist 牧民 , das Nomadenleben 游牧 , und Vieh hüten heißt 放, „loslassen“: 放羊 , 放牛 . Das Gedicht, das alle Chinesen mit der Steppe verbinden, ist das Lied der Chile, ein Lied aus den Nördlichen Dynastien (Satz 23): Der Wind legt das Gras nieder, und die Herden erscheinen. Beachten Sie, dass 见 dort gelesen wird, „erscheinen“, und nicht . Die Wörter der Landschaft stehen auf der Seite Die Erde und ihre Landschaften.
Das Pferd hat einen Platz für sich. 千里马 , das Pferd, das tausend Li an einem Tag läuft, bezeichnet den begabten Menschen, und 伯乐 Bole, der Pferdekenner des Altertums, denjenigen, der ihn zu erkennen weiß. Han Yu hat daraus den Satz gemacht, den alle erfolglosen Kandidaten zitieren: An guten Pferden fehlt es nicht, es fehlt an den Boles (Satz 20). Konfuzius dagegen interessierte sich weniger für Pferde als für Menschen. Als eines Tages sein Stall abgebrannt war, fragte er, ob jemand verletzt sei, und stellte keine Frage nach den Tieren (Satz 25, siehe Kapitel 10 der Gespräche des Konfuzius). Der Text macht sich die Mühe, das festzuhalten. Es muss also erstaunt haben.
In China ist der König der Tiere nicht der Löwe, sondern der Tiger: Man liest übrigens das Zeichen 王, „König“, in den Streifen auf seiner Stirn. Der Löwe, 狮子 , hat nie in China gelebt. Die ersten kamen unter den Han als Geschenk, und das Wort stammt wohl aus einer zentralasiatischen Sprache (aus welcher, darüber streiten die Fachleute noch). Der Tiger ist überall in der Sprache. Der Fuchs, der vor ihm hergeht und glaubt, die Tiere flöhen bei seinem Anblick, hat 狐假虎威 ergeben (Satz 21). Eine Macht, die Angst macht, ohne gefährlich zu sein, ist ein 纸老虎 , ein Papiertiger; eine furchterregende Frau eine 母老虎 ; und die Hitze, die im September zurückkehrt, ein „Herbsttiger“ (siehe Das Wetter).
Noch zwei Geschichten, denn ohne sie versteht man diese Ausdrücke nicht. Unter den Qin führte der Minister Zhao Gao dem jungen Kaiser einen Hirsch vor und behauptete, es sei ein Pferd. Er wollte wissen, wer es wagen würde, ihm zu widersprechen. Wer „Hirsch“ sagte, bezahlte teuer dafür: Das ist 指鹿为马 . Die andere ist eine Fabel von Liu Zongyuan aus der Tang-Zeit. Ein Esel wird nach Guizhou gebracht, wo man noch nie einen gesehen hatte. Der Tiger der Gegend, beeindruckt von seiner Größe und seinem Geschrei, beobachtet ihn tagelang aus der Ferne. Dann kommt er näher, der Esel schlägt aus, und der Tiger begreift, dass er sonst nichts kann. 黔驴技穷 : Der Esel von Guizhou ist mit seinen Künsten am Ende.
Das Rind dagegen hat in der Stadt die Bedeutung gewechselt. Wer von jemandem sagt, er sei 牛, sagt, dass er richtig gut ist. Ein steigender Markt ist ein 牛市 , ein Bullenmarkt, aus dem Englischen übersetzt wie im Deutschen. Wer arbeitet, ohne sich je zu beklagen, ist ein 老黄牛 , ein „alter gelber Ochse“. Der bloße 黄牛 dagegen ist der Schwarzhändler, der vor Bahnhöfen und Konzertsälen Karten verkauft (ich weiß nicht, woher dieser Gebrauch kommt). Der Dickkopf hat ein 牛脾气 , und wer sich in ein Detail verbohrt, „bohrt sich in die Spitze des Horns“: 钻牛角尖 .
Bleiben die Wörter, die man jeden Tag hört. Schmeicheln heißt 拍马屁 , „dem Pferd auf die Kruppe klopfen“: Man erzählt, die mongolischen Reiter hätten sich so begrüßt, indem sie das Pferd des anderen lobten. Das unausstehliche Kind ist ein 熊孩子 , ein „Bärenkind“. Der Wanderer ist ein 驴友 , ein „Eselfreund“, ein Wortspiel mit 旅 , reisen, und weil er seinen Rucksack trägt wie ein Esel. Und was nie geschehen wird, verschiebt man auf 猴年马月 , das Jahr des Affen und den Monat des Pferdes. Die Rechnung zeigt, dass dieses Datum alle zwölf Jahre wiederkehrt. Niemand wartet.
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Gebrauchsanweisung: Jedes Wort trägt sein Niveau. ① das Wesentliche, ② das Geläufige, ③ das Genaue. Beginnen Sie mit den ①: sie reichen schon, um die Tiere im Zoo zu benennen, über einen Bauernhof zu sprechen oder ein Sprichwort zu verstehen. Die Schaltfläche ▶ gibt die Aussprache, und ein Klick auf ein Zeichen öffnet seine Strichfolge.
Tiere im Allgemeinen
das Tier
das Wildtier
der Zoo
das wilde Tier, die Bestie
das Horn
Winterschlaf halten
männlich
weiblich
das Säugetier
der Fleischfresser
der Pflanzenfresser
der Huf
das Junge (eines Tieres)
reißend, wild
Wilde Säugetiere
der Tiger
der Löwe
der Elefant
der Panda
der Affe
der Bär
der Wolf
der Fuchs
der Hirsch
die Giraffe („Langhalshirsch“)
das Kamel
das Zebra
das Eichhörnchen („Kiefernratte“)
der Orang-Utan, der Menschenaffe
der Leopard, der Panther
der Eisbär
das Känguru („Beutelratte“)
der Koala
das Nilpferd („Flusspferd“)
das Nashorn
das Wildschwein
der Igel
die Fledermaus
der Schimpanse
der Sibirische Tiger („Nordost-Tiger“)
der Schneeleopard
die Goldstumpfnase („Goldfadenaffe“)
der Kleine Panda, der Rote Panda
die Tibetantilope, der Tschiru
das Feuerwiesel
das Schuppentier („Panzer, der den Berg durchbohrt“)
der Davidshirsch, der Milu
Tiere auf dem Bauernhof
das Rind, die Kuh; (ugs.) stark, klasse
das Pferd
das Schaf, die Ziege
das Schwein
der Hahn
die Henne
das Küken
die Gans
die Milchkuh
die Ziege
der Esel
das Schaf (Wollschaf)
der Wasserbüffel
das Lamm
das Gelbe Rind; der Schwarzhändler für Eintrittskarten
der Yak
das Maultier
das Nutzvieh, die Haustiere
das Geflügel
das Zug- und Lastvieh
Viehzucht und Jagd
Schweine halten
Schafe hüten
reiten
die Kutsche, der Pferdewagen
Eier legen
melken
die Weide, die Ranch
die Zucht; züchten
das Futter, das Viehfutter
der Schweinestall
der Hühnerstall
der Viehhirte, der Hirtennomade
Rinder hüten
der Tierarzt
jagen
der Jäger
Schafe scheren
die Viehwirtschaft (die Branche)
als Nomade leben; nomadisch
der Pferdestall
schlachten (Vieh)
der Hütehund
Tiere in Redewendungen
der Fuchs borgt sich die Majestät des Tigers (sich mit fremder Macht aufspielen)
vor einem Rind die Zither spielen (gegen eine Wand reden)
den Pferch flicken, nachdem ein Schaf verloren ging (besser spät als nie)
ein Haar von neun Rindern (ein Tropfen im Meer)
Tigerkopf, Schlangenschwanz (stark anfangen, schwach aufhören)
das Jahr des Affen, der Monat des Pferdes (am Sankt-Nimmerleins-Tag)
die Blinden, die den Elefanten betasten (den Teil für das Ganze halten)
das Tausend-Li-Pferd (das seltene Talent)
auf einen Hirsch zeigen und ihn ein Pferd nennen (die Wahrheit verdrehen)
wie ein Tiger, dem man Flügel verleiht (noch furchterregender)
wer den Tiger reitet, kommt nicht mehr herunter
im Vorbeigehen das Schaf mitnehmen (etwas mitgehen lassen)
der Esel von Guizhou ist mit seinen Künsten am Ende (mit seinem Latein am Ende sein)
das Pferd, das der Herde schadet (das schwarze Schaf)
ein Berg duldet keine zwei Tiger
wer nicht in die Höhle des Tigers geht, fängt seine Jungen nicht (wer nicht wagt, der nicht gewinnt)
das neugeborene Kalb fürchtet den Tiger nicht
Rinderkopf passt nicht auf Pferdemaul (das passt hinten und vorne nicht)
das Herz wie ein Affe, der Sinn wie ein Pferd (der unstete Geist)
das Pferd hält die Hufe nicht an (ohne Rast)
erbleichen, sobald vom Tiger die Rede ist
Tiere in den Wörtern des Alltags
die Schlafmütze, der Faulpelz („faules Schwein“)
schmeicheln, Honig ums Maul schmieren („dem Pferd auf die Kruppe klopfen“)
der Papiertiger
der Außenseiter, der Überraschungssieger („schwarzes Pferd“)
der Rotzlöffel, das unausstehliche Kind („Bärenkind“)
der Dickschädel, die Sturheit („Rindercharakter“)
der Schussel, der Zerstreute
der Wanderer, der Rucksackreisende („Eselfreund“)
der Sündenbock
der Hausdrache („Tigerin“)
das Arbeitstier, das nie klagt („alter gelber Ochse“)
der Bullenmarkt („Rindermarkt“)
Haarspalterei betreiben, sich verbohren („sich in die Spitze eines Horns bohren“)
die Verführerin, die Ehebrecherin („Fuchsgeist“)
in jämmerlichem Zustand
die Besserwisserei im Nachhinein („die Kanone hinter dem Pferd“, aus dem chinesischen Schach)
Beispielsätze
Im Zoo gibt es viele Tiere.
Der Panda ist Chinas Nationalschatz.
Dieses kleine Eichhörnchen hat wirklich einen großen Schwanz.
Affen mögen Bananen.
Großvater hält zwei Rinder und zehn Schafe.
Der Hahn kräht jeden Morgen schon um fünf Uhr.
Kannst du reiten? Nein, ich habe Angst vor Pferden.
Wie lang der Hals der Giraffe ist!
Der Bär hält im Winter Winterschlaf und kommt erst im Frühling wieder heraus.
Das Kamel kann viele Tage ohne Wasser auskommen.
Die Hennen haben heute drei Eier gelegt.
Die Hirten ziehen jeden Morgen los, um die Schafe zu hüten, und kommen erst am Abend zurück.
Er ist stur wie ein Esel, er hört auf niemanden.
Mit ihm darüber zu reden heißt wirklich, vor einem Rind die Zither zu spielen.
So ein Schmeichler wie du, der Chef muss dich sehr mögen.
Müssen wir bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten, bis diese Sache erledigt ist?
Wilde Sibirische Tiger sind heute sehr selten.
Früher hielt auf dem Land jede Familie ein Schwein, das erst zum Neujahrsfest geschlachtet wurde.
Den Pferch flicken, nachdem ein Schaf verloren ging: Noch ist es nicht zu spät.
Tausend-Li-Pferde gibt es viele, aber Boles sind selten.
Der Tiger suchte alle Tiere, um sie zu fressen; er fing einen Fuchs.
Willst du den Mann treffen, schieß zuerst auf das Pferd; willst du die Räuber fangen, fang zuerst ihren Anführer.
Der Himmel ist weit, die Steppe ohne Ende; der Wind legt das Gras nieder, und es erscheinen die Rinder und Schafe.
Die Tibetantilope ist eine geschützte Art der ersten Kategorie.
Als sein Stall abgebrannt war, sagte Konfuzius bei der Rückkehr vom Hof: Ist jemand zu Schaden gekommen? Nach den Pferden fragte er nicht.


