Die Küchen Chinas und der Welt

Die chinesische Küche heißt 中餐 zhōngcān oder 中国菜 Zhōngguócài, aber ein Chinese wird Ihnen gern antworten, dass es sie gar nicht gibt. Es gibt stattdessen 菜系 càixì, wörtlich „Systeme von Gerichten“ ⟶ kulinarische Schulen, jede mit ihren Produkten, ihren Garmethoden und ihrem Stolz. Traditionell zählt man acht, die 八大菜系 bā dà càixì: Shandong, Sichuan, Kanton, Jiangsu, Fujian, Zhejiang, Hunan und Anhui. Vorsicht, die Liste ist jünger, als man glaubt: Zuerst sprach man von vier großen Küchen, und die acht haben sich erst am Ende der Qing durchgesetzt, je nachdem, wer zählt. Sie lässt übrigens Peking, den Nordosten oder Xinjiang außen vor, die doch ihre Gerichte auf dieser Seite haben. (Die Garmethoden selbst stehen auf der Seite Kochen.)

Die Namen dieser Küchen sind eine Geografiestunde in einem einzigen Zeichen. ist das alte Land des Konfuzius, Shandong; Yuè ist Guangdong; Xiāng der Fluss, der durch Hunan fließt; Zhè und Huī sind Zhejiang und die alte Präfektur Huizhou. chuān, der Fluss, kommt von 四川 Sìchuān. Gern erklärt man den Namen mit „vier Flüsse“, er käme aber eher von den vier Verwaltungsbezirken, in die die Song die Region aufgeteilt hatten, den 川峡四路. Am merkwürdigsten ist Mǐn, Fujian: ein Tor und darin ein , ein „Insekt“ oder eine Schlange. Das 说文解字 Shuōwén jiězì erklärt es als „die Yue des Südostens, vom Geschlecht der Schlange“. Verachtung eines Gelehrten aus dem Norden oder Erinnerung an ein Volk, das die Schlange verehrte? Beide Lesarten haben ihre Anhänger.

Das Sprichwort 南甜北咸,东辣西酸 fasst die Landkarte auf seine Weise zusammen: süß im Süden, salzig im Norden, scharf im Osten, sauer im Westen. Scharf im Osten? Mit Chili hat das nichts zu tun. Das von Shandong, das sind die rohen Frühlingszwiebeln und der rohe Knoblauch, die man zu den Fladen knabbert; das Saure des Westens ist der schwarze Essig aus Shanxi. Der Chili dagegen kam spät. Aus Amerika stammend, gelangt er am Ende der Ming nach China, unter dem Namen 番椒 fānjiāo, „der Pfeffer der Barbaren“ (der 辣椒 steht auf unserer Seite Obst und Gemüse). Die Küche Sichuans übernimmt ihn erst im 18. Jahrhundert, soweit die Quellen ein Urteil erlauben; vorher würzte sie scharf mit Sichuanpfeffer, dem 花椒 huājiāo.

In Sichuan erzählen die Namen der Gerichte Geschichten. Der 麻婆豆腐 mápó dòufu soll der Tofu der Mutter Chen sein, einer Wirtin aus Chengdu mit pockennarbigem Gesicht, im 19. Jahrhundert: bedeutet „pockennarbig“ ebenso wie „betäubend“. Das 宫保鸡丁 gōngbǎo jīdīng trägt den Titel eines Gouverneurs der Provinz, 丁宝桢 Dīng Bǎozhēn, ehrenhalber „Hüter des Palastes“, der angeblich gern Huhn mit Erdnüssen aß. Und die 鱼香肉丝 yúxiāng ròusī, „Schweinefleischstreifen mit Fischaroma“, enthalten keinen Fisch: Meist erklärt man, dass sie die Würzung der Fischgerichte Sichuans übernehmen. Der Name warnt, aber er führt jeden Anfänger in die Irre.

Im Süden sagt man 食在广州, „gegessen wird in Kanton“. Der vollständige Spruch (Satz 20 der Liste) schickt einen zum Geborenwerden nach Suzhou, wegen der Schönheit seiner Bewohner, zum Leben nach Hangzhou, wegen seiner Landschaften, zum Essen nach Kanton und zum Sterben nach Liuzhou, dessen Holz die besten Särge lieferte. Niemand weiß, wer ihn zuerst gesagt hat. Morgens geht man in Kanton Tee trinken, 饮茶, oder zum 早茶 zǎochá: Dann ziehen die Bambuskörbchen vorbei, 虾饺, 烧卖 und 凤爪 fèngzhǎo, die „Phönixkrallen“. Das sind Hühnerfüße. Die kantonesische Küche adelt bescheidene Stücke gern mit einem legendären Namen, und das 佛跳墙 fótiàoqiáng aus Fujian geht noch weiter: Sein Duft soll einen buddhistischen Mönch dazu gebracht haben, über die Klostermauer zu springen. Wieder eine Geschichte, zu schön, um nachgeprüft zu werden.

Die 北京烤鸭 Běijīng kǎoyā ist das Gericht, das jeder Pekingbesucher gekostet hat (siehe unsere Seite Peking). Dabei soll sie aus dem Süden stammen: Die Ming hätten sie aus Nanjing mitgebracht, als sie ihre Hauptstadt verlegten, zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Der Norden, das sind auch Weizen und Hammel. Der Hammelfeuertopf, 涮羊肉 shuàn yángròu, hat seine Legende, die ihn im Lager Kublai Khans entstehen lässt; die glaube ich nicht. In Xi’an bröckelt man sein Fladenbrot selbst in die Hammelsuppe, das 羊肉泡馍 yángròu pàomó, ein Gericht der muslimischen Hui, von denen wir auf der Seite Xi’an sprechen.

Das 东坡肉 Dōngpōròu trägt den Namen des Dichters 苏东坡 Sū Dōngpō. In der Verbannung in Huangzhou wundert er sich in einem kleinen Gedicht, dass Schweinefleisch dort so wenig kostet: Die Reichen wollen es nicht essen, die Armen können es nicht zubereiten. Es folgt das Rezept, wenig Wasser, schwaches Feuer, und der Rat, der Satz 24 der Liste bildet: warten, nicht drängen, das 火候 sein Werk tun lassen. Beansprucht wird das Gericht allerdings von Hangzhou, wo Su Dongpo den Westsee ausbaggern ließ, und die beiden Städte streiten darum. Weiter östlich heißt die Küche Shanghais 本帮菜 běnbāngcài, wörtlich „die Küche unserer Bande“ ⟶ die einheimische Küche: Zucker, Sojasauce und 小笼包 xiǎolóngbāo, in die man vorsichtig hineinbeißt.

Die fremden Küchen sind auf zwei Wegen in die Sprache gekommen. Über den Klang: 汉堡 hànbǎo (das auch die Stadt Hamburg bezeichnet), 披萨 pīsà, 沙拉 shālā, 三明治 sānmíngzhì, 咖喱 gālí. Oder über den Sinn: 薯条 shǔtiáo, die „Kartoffelstäbchen“, 意大利面 Yìdàlìmiàn, die „Nudeln aus Italien“, 快餐 kuàicān, das „schnelle Essen“. Gewöhnlich zieht das Chinesische den zweiten Weg vor, aber die Küche widersetzt sich ihm. Und das 西餐 xīcān, das „Essen des Westens“, wirft Steak, Pizza und Croissant in einen Topf, und man hört oft, dass man danach noch hungrig vom Tisch aufsteht.

Die chinesische Küche im Ausland ist ihrerseits für Chinesen eine fremde Küche. Das 左宗棠鸡 Zuǒ Zōngtáng jī, das General-Tso-Hühnchen, trägt den Namen eines Generals aus dem 19. Jahrhundert, der es nie gegessen hat: Es wurde in den 1950er-Jahren in Taiwan von einem Koch aus Hunan erfunden und dann in New York gesüßt. Das 杂碎 zásuì, das Chop Suey, soll dem Vizekönig 李鸿章 Lǐ Hóngzhāng bei seinem Besuch in New York 1896 serviert worden sein; das Gericht gab es schon vor ihm, die Legende hat den Rest besorgt. Und der 幸运饼干 xìngyùn bǐnggān, der Glückskeks, ist amerikanisch, vielleicht japanischen Ursprungs: In China findet man ihn kaum. In der Gegenrichtung behält der chinesische Reisende oft seinen 中国胃 Zhōngguó wèi, seinen „chinesischen Magen“, und reist mit Instantnudeln im Koffer.

In der Alltagssprache ordnet ein einfaches alles nach Ländern: 港式, 日式, 法式, 美式 (das im Café auch den Americano bezeichnet). Das des Fremden hat einen Hauch von Mode behalten: Was 洋气 yángqì ist, gilt als schick. 吃洋荤 chī yánghūn, wörtlich „fremdes Fleisch essen“, heißt, zum ersten Mal etwas aus der Fremde zu kosten. Und wenn KFC in China zum Frühstück Reisbrei und frittierte Teigstangen serviert oder eine Pizza sich auf Durian einlässt (Satz 22), spricht man von 本土化 běntǔhuà, „Anpassung an den heimischen Boden“. Mao wiederum sagte 洋为中用: das Fremde in den Dienst Chinas stellen.

Der letzte Satz der Liste stammt von Menzius: 口之于味也,有同嗜焉, „die Münder teilen die Vorliebe für dieselben Aromen“. Der Beweis, sagt er, ist, dass sich alle auf den Geschmack von 易牙 Yì Yá verlassen, dem Koch des Herzogs Huan von Qi (man schreibt ihm Verbrechen zu, die ich Ihnen erspare). Menzius zog daraus eine moralische Lehre: Wenn sich unsere Münder über das Gute einig sind, können sich unsere Herzen über das Rechte einigen. Alle Münder gleichen sich. Die Küchen viel weniger.

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Die großen Küchen Chinas

中餐 zhōngcān
die chinesische Küche; das chinesische Essen
中国菜 Zhōngguócài
die chinesische Küche, ein chinesisches Gericht
川菜 chuāncài
die Sichuan-Küche
粤菜 yuècài
die kantonesische Küche
湘菜 xiāngcài
die Hunan-Küche
八大菜系 bā dà càixì
die acht großen Regionalküchen
菜系 càixì
eine kulinarische Schule, eine Regionalküche
东北菜 dōngběicài
die Küche des Nordostens
地方菜 dìfāngcài
die regionale, lokale Küche
鲁菜 lǔcài
die Shandong-Küche
淮扬菜 huáiyángcài
die Huaiyang-Küche (Yangzhou, Huai’an)
浙菜 zhècài
die Zhejiang-Küche
闽菜 mǐncài
die Fujian-Küche
徽菜 huīcài
die Anhui-Küche (Huizhou)

Sichuan und der Chili

火锅 huǒguō
der Hot Pot, das chinesische Fondue („Feuertopf“)
麻婆豆腐 mápó dòufu
der Mapo-Tofu („Tofu der pockennarbigen Alten“)
宫保鸡丁 gōngbǎo jīdīng
das Kung-Pao-Huhn (Hühnerwürfel mit Erdnüssen)
鱼香肉丝 yúxiāng ròusī
die Schweinefleischstreifen „mit Fischaroma“ (ohne Fisch)
麻辣烫 málàtàng
das Malatang (Gemüse und Fleisch, in scharfer Brühe gegart)
回锅肉 huíguōròu
das zweimal gegarte Schweinefleisch („in den Wok zurückgekehrtes Fleisch“)
水煮鱼 shuǐzhǔyú
der in Chilibrühe pochierte Fisch
担担面 dàndànmiàn
die Dan-Dan-Nudeln („Nudeln der Tragestange“)
辣子鸡 làzǐjī
das frittierte Huhn mit getrockneten Chilis
酸菜鱼 suāncàiyú
der Fisch mit fermentiertem Kohl
串串 chuànchuàn
die Spieße, in scharfe Brühe getaucht
口水鸡 kǒushuǐjī
das Huhn, „bei dem einem das Wasser im Mund zusammenläuft“
冒菜 màocài
das Maocai (ein Malatang, in der Schale serviert)

Kanton und der Süden

早茶 zǎochá
der Morgentee (Dim Sum auf kantonesische Art)
叉烧 chāshāo
das glasierte Schweinefleisch auf kantonesische Art (Char Siu)
烧卖 shāomài
die Siu Mai (offene gedämpfte Teigtaschen)
虾饺 xiājiǎo
die Garnelenteigtaschen (Har Gow)
肠粉 chángfěn
die gedämpften Reisnudelrollen (Cheung Fun)
煲仔饭 bāozǎifàn
der Reis im Tontopf („Reis aus dem Töpfchen“)
云吞面 yúntūnmiàn
die Nudeln mit Wantans
糖水 tángshuǐ
die kantonesischen süßen Suppen („Zuckerwasser“)
白切鸡 báiqiējī
das weiße pochierte Huhn
凤爪 fèngzhǎo
die Hühnerfüße („Phönixkrallen“)
佛跳墙 fótiàoqiáng
„Buddha springt über die Mauer“ (Luxussuppe aus Fujian)
烧腊 shāolà
das kantonesische Brat- und Grillfleisch

Peking, der Norden und der Westen

北京烤鸭 Běijīng kǎoyā
die Pekingente
炸酱面 zhájiàngmiàn
die Nudeln mit gebratener Sojabohnenpaste
牛肉面 niúròumiàn
die Rindfleischnudeln (aus Lanzhou)
涮羊肉 shuàn yángròu
der Pekinger Hammelfeuertopf
锅包肉 guōbāoròu
das frittierte süßsaure Schweinefleisch aus dem Nordosten
地三鲜 dìsānxiān
die „drei Frischen der Erde“ (Aubergine, Kartoffel, Paprika)
京酱肉丝 jīngjiàng ròusī
die Schweinefleischstreifen in Pekinger Sauce
羊肉泡馍 yángròu pàomó
die Hammelsuppe mit eingebröckeltem Brot (Xi’an)
大盘鸡 dàpánjī
das Xinjiang-Huhn „auf der großen Platte“
手抓饭 shǒuzhuāfàn
der uigurische Reispilaw („Reis, den man mit der Hand nimmt“)
猪肉炖粉条 zhūròu dùn fěntiáo
das geschmorte Schweinefleisch mit Glasnudeln (Nordosten)
烤全羊 kǎoquányáng
der ganze gebratene Hammel

Shanghai und der untere Jangtse

小笼包 xiǎolóngbāo
die kleinen gedämpften Brötchen mit Brühe (Xiaolongbao)
红烧肉 hóngshāoròu
das in Sojasauce geschmorte Schweinefleisch
生煎包 shēngjiānbāo
die in der Pfanne gebratenen Brötchen aus Shanghai
东坡肉 Dōngpōròu
das Dongpo-Schweinefleisch (nach Su Dongpo)
狮子头 shīzitóu
die Fleischbällchen „Löwenkopf“
西湖醋鱼 Xīhú cùyú
der Fisch in Essigsauce vom Westsee
松鼠鳜鱼 sōngshǔ guìyú
der Barsch „Eichhörnchen“ (frittiert, in süßsaurer Sauce)
叫花鸡 jiàohuājī
das Bettlerhuhn (in Lehm gegart)
本帮菜 běnbāngcài
die traditionelle Shanghaier Küche
龙井虾仁 Lóngjǐng xiārén
die Garnelen mit Longjing-Tee
醉鸡 zuìjī
das betrunkene Huhn (in Wein mariniert)

Die Küchen der Welt

西餐 xīcān
die westliche Küche; das Essen nach westlicher Art
外国菜 wàiguócài
die ausländische Küche
日本菜 Rìběncài
die japanische Küche
寿司 shòusī
das Sushi
法国菜 Fǎguócài
die französische Küche
意大利面 Yìdàlìmiàn
die Pasta („Nudeln aus Italien“)
披萨 pīsà
die Pizza
汉堡 hànbǎo
der Hamburger
薯条 shǔtiáo
die Pommes frites („Kartoffelstäbchen“)
快餐 kuàicān
das Fast Food, die Schnellgastronomie
韩国菜 Hánguócài
die koreanische Küche
沙拉 shālā
der gemischte Salat
咖喱 gālí
das Curry
泡菜 pàocài
das eingelegte Gemüse; das Kimchi
三明治 sānmíngzhì
das Sandwich

Zwischen China und dem Ausland

中餐馆 zhōngcānguǎn
das chinesische Restaurant
麦当劳 Màidāngláo
McDonald’s
肯德基 Kěndéjī
KFC
西餐厅 xīcāntīng
das westliche Restaurant
吃不惯 chī bu guàn
sich an ein Essen nicht gewöhnen können
吃得惯 chī de guàn
sich an ein Essen gewöhnt haben
洋快餐 yáng kuàicān
das westliche Fast Food
左宗棠鸡 Zuǒ Zōngtáng jī
das General-Tso-Hühnchen
杂碎 zásuì
das Chop Suey („gemischte Stücke“)
幸运饼干 xìngyùn bǐnggān
der Glückskeks (Fortune Cookie)
中国胃 Zhōngguó wèi
der „chinesische Magen“ (der nur chinesisches Essen verträgt)

Eine Küche probieren

正宗 zhèngzōng
authentisch, aus der echten Tradition
特色 tèsè
die Spezialität, die Eigenart
风味 fēngwèi
der typische Geschmack, das Aroma eines Ortes
招牌菜 zhāopáicài
das Paradegericht, die Spezialität des Hauses
名菜 míngcài
ein berühmtes Gericht
美食家 měishíjiā
der Feinschmecker, der Gastronom
家乡菜 jiāxiāngcài
die Küche von zu Hause, aus der Heimat
老字号 lǎozìhào
das Traditionshaus, das alteingesessene Geschäft
尝鲜 chángxiān
die ersten Früchte der Saison kosten; Neues ausprobieren
私房菜 sīfángcài
die Privatküche (Essen bei jemandem zu Hause)
融合菜 rónghécài
die Fusionsküche
佳肴 jiāyáo
eine erlesene Speise

Die Küchen in Redewendungen

色香味俱全 sè xiāng wèi jù quán
Farbe, Duft und Geschmack: Es ist alles da
回味无穷 huíwèi wúqióng
ein Nachgeschmack, den man nicht vergisst
百吃不厌 bǎi chī bú yàn
etwas, das man nie leid wird
南甜北咸,东辣西酸 nán tián běi xián, dōng là xī suān
süß im Süden, salzig im Norden, scharf im Osten, sauer im Westen
食在广州 shí zài Guǎngzhōu
„gegessen wird in Kanton“
大饱口福 dà bǎo kǒufú
schlemmen („das Glück des Mundes sättigen“)
靠山吃山,靠水吃水 kào shān chī shān, kào shuǐ chī shuǐ
am Berg lebt man vom Berg, am Wasser vom Wasser
舌尖上的中国 Shéjiān shang de Zhōngguó
„China auf der Zungenspitze“ (Dokumentarfilm, 2012)
吃香的喝辣的 chī xiāng de hē là de
gut essen und trinken, im Wohlstand leben
人间烟火 rénjiān yānhuǒ
der Rauch der Küchen der Menschen: das gewöhnliche Leben
不中不西 bù Zhōng bù Xī
weder chinesisch noch westlich

Die Küchen in Wörtern des Alltags

港式 Gǎngshì
nach Hongkonger Art
日式 Rìshì
nach japanischer Art
韩式 Hánshì
nach koreanischer Art
法式 Fǎshì
nach französischer Art
美式 Měishì
nach amerikanischer Art
西式 xīshì
nach westlicher Art
意式 Yìshì
nach italienischer Art
洋气 yángqì
fremdländisch wirkend, schick, angesagt
中西合璧 Zhōng-Xī hébì
die Verbindung von China und dem Westen
大杂烩 dàzáhuì
das Sammelsurium („großer gemischter Eintopf“)
本土化 běntǔhuà
die lokale Anpassung
快餐文化 kuàicān wénhuà
die Kultur des schnellen Konsums
洋为中用 yáng wéi Zhōng yòng
das Fremde in den Dienst Chinas stellen
吃洋荤 chī yánghūn
zum ersten Mal etwas Fremdes kosten

Beispielsätze

我很喜欢吃川菜。
Wǒ hěn xǐhuan chī chuāncài.
Ich esse sehr gern Sichuan-Küche.
今天晚上我们去吃火锅吧。
Jīntiān wǎnshang wǒmen qù chī huǒguō ba.
Lass uns heute Abend Feuertopf essen gehen.
你吃过北京烤鸭吗?
Nǐ chīguo Běijīng kǎoyā ma?
Hast du schon einmal Pekingente gegessen?
麻婆豆腐很辣,你能吃辣吗?
Mápó dòufu hěn là, nǐ néng chī là ma?
Mapo-Tofu ist sehr scharf: Verträgst du scharfes Essen?
我不太习惯吃西餐。
Wǒ bú tài xíguàn chī xīcān.
Ich bin westliches Essen nicht besonders gewohnt.
孩子们都喜欢吃汉堡和薯条。
Háizimen dōu xǐhuan chī hànbǎo hé shǔtiáo.
Kinder lieben Hamburger und Pommes.
这家中餐馆的饺子很正宗。
Zhè jiā zhōngcānguǎn de jiǎozi hěn zhèngzōng.
Die Teigtaschen in diesem chinesischen Restaurant sind authentisch.
上海的小笼包特别有名。
Shànghǎi de xiǎolóngbāo tèbié yǒumíng.
Die Xiaolongbao aus Shanghai sind besonders berühmt.
广东人喜欢早上去茶楼喝早茶。
Guǎngdōng rén xǐhuan zǎoshang qù chálóu hē zǎochá.
Die Kantonesen gehen morgens gern in ein Teehaus, um Tee zu trinken und Dim Sum zu essen.
鱼香肉丝里其实没有鱼。
Yúxiāng ròusī li qíshí méiyǒu yú.
In den Schweinefleischstreifen „mit Fischaroma“ ist eigentlich gar kein Fisch.
在国外住久了,最想念的是家乡菜。
Zài guówài zhù jiǔ le, zuì xiǎngniàn de shì jiāxiāngcài.
Nach Jahren im Ausland vermisst man am meisten das Essen von zu Hause.
很多中国游客到了欧洲还是吃不惯西餐。
Hěn duō Zhōngguó yóukè dàole Ōuzhōu háishi chī bu guàn xīcān.
Viele chinesische Touristen gewöhnen sich auch in Europa nicht an westliches Essen.
这道菜色香味俱全,看着就想吃。
Zhè dào cài sè xiāng wèi jù quán, kànzhe jiù xiǎng chī.
Farbe, Duft, Geschmack: Dieses Gericht hat alles, schon beim Anschauen bekommt man Hunger.
这家店是百年老字号,招牌菜是红烧肉。
Zhè jiā diàn shì bǎi nián lǎozìhào, zhāopáicài shì hóngshāoròu.
Dieses Haus besteht seit hundert Jahren; sein Paradegericht ist geschmortes Schweinefleisch.
这家餐厅的装修是日式的,菜却是法式的。
Zhè jiā cāntīng de zhuāngxiū shì Rìshì de, cài què shì Fǎshì de.
In diesem Restaurant ist die Einrichtung japanisch, das Essen aber französisch.
在国外,很多中餐馆都做左宗棠鸡。
Zài guówài, hěn duō zhōngcānguǎn dōu zuò Zuǒ Zōngtáng jī.
Im Ausland bieten viele chinesische Restaurants General-Tso-Hühnchen an.
他在法国待了三年,还是一个中国胃。
Tā zài Fǎguó dāile sān nián, háishi yí ge Zhōngguó wèi.
Drei Jahre in Frankreich, und er hat immer noch einen chinesischen Magen.
这部电影是个大杂烩,什么都有一点。
Zhè bù diànyǐng shì ge dàzáhuì, shénme dōu yǒu yìdiǎn.
Dieser Film ist ein Sammelsurium: Von allem ist etwas dabei.
南甜北咸,东辣西酸,中国人的口味跟地方有很大关系。
Nán tián běi xián, dōng là xī suān, Zhōngguó rén de kǒuwèi gēn dìfang yǒu hěn dà guānxi.
Süß im Süden, salzig im Norden, scharf im Osten, sauer im Westen: Der Geschmack der Chinesen hängt stark von ihrer Region ab.
生在苏州,住在杭州,食在广州,死在柳州。
Shēng zài Sūzhōu, zhù zài Hángzhōu, shí zài Guǎngzhōu, sǐ zài Liǔzhōu.
Geboren werden in Suzhou, leben in Hangzhou, essen in Kanton, sterben in Liuzhou.
靠山吃山,靠水吃水,沿海的人爱吃海鲜。
Kào shān chī shān, kào shuǐ chī shuǐ, yánhǎi de rén ài chī hǎixiān.
Am Berg lebt man vom Berg, am Wasser vom Wasser: An der Küste isst man gern Meeresfrüchte.
披萨到了中国,也有了榴莲口味的,这就是本土化。
Pīsà dàole Zhōngguó, yě yǒule liúlián kǒuwèi de, zhè jiù shì běntǔhuà.
In China angekommen, hat sich die Pizza auf Durian eingelassen: Das ist lokale Anpassung.
这家餐厅中西合璧,菜单上既有饺子也有牛排。
Zhè jiā cāntīng Zhōng-Xī hébì, càidān shang jì yǒu jiǎozi yě yǒu niúpái.
Dieses Restaurant verbindet China und den Westen: Auf der Karte stehen Teigtaschen und Steaks.
待他自熟莫催他,火候足时他自美。
Dài tā zì shú mò cuī tā, huǒhou zú shí tā zì měi.
Lassen Sie es in seinem eigenen Tempo garen, drängen Sie es nicht: Wenn das Feuer seine Zeit gehabt hat, wird es von selbst gut.
口之于味也,有同嗜焉。
Kǒu zhī yú wèi yě, yǒu tóng shì yān.
Die Münder teilen die Vorliebe für dieselben Aromen.

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