Chinesischkurs - Lektion 1: Einführung

Diese Lektion als Video (auf Französisch):

Introduction à la langue chinoise

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China ist ein riesiges Land: 9,6 Millionen km², etwa 27-mal so groß wie Deutschland! Seine Bevölkerung ist sehr vielfältig: 56 Ethnien, darunter die Han, die Chinesen „im engeren Sinne“, die die Mehrheit bilden. Jede Ethnie hat ihre eigene Sprache (außer den Hui, aber das ist eine andere Geschichte), oft mit zahlreichen Varianten, die vom bloßen Akzent bis zum eigenständigen Dialekt reichen.

Das Chinesische hat mehrere große Dialektgruppen, doch jede davon ist in sich so unterschiedlich, dass man sich selbst innerhalb derselben Dialektgruppe von einer Stadt zur nächsten nicht immer versteht. Um mit einer solchen Vielfalt zurechtzukommen, braucht man eine gemeinsame Sprache: das Hochchinesische, auch Mandarin genannt. Auf Chinesisch heißt es Pǔtōnghuà (ausgesprochen etwa „pu-tung-chua“), wörtlich „Sprache der allgemeinen Verständigung“, also die Gemeinsprache.

Die Online-Chinesischkurse auf chine-culture.com sind Kurse für Hochchinesisch (Mandarin).

Gesprochene Sprache und Schrift

Das Chinesische hat eine Besonderheit, die seinen Reiz, aber auch seine Schwierigkeit ausmacht: Die Schrift gibt die Aussprache nicht wieder (oder nur wenig und nie genau). Man kann also Chinesisch sprechen lernen, ohne es lesen oder schreiben zu können. Dieser Kurs bringt Ihnen bei, Chinesisch zu sprechen und zu schreiben, doch einige Schriftzeichen des Wortschatzes müssen Sie nicht unbedingt lernen, damit die Schrift das Erlernen der Sprache nicht bremst.

Die Lautumschrift: Pinyin

Da die chinesische Schrift die Aussprache nicht wiedergibt, braucht man eine Lautumschrift. Seit den 1950er-Jahren ist die offizielle chinesische Lautumschrift das Pinyin, ein Wort, das auf Chinesisch „die Laute buchstabieren“ bedeutet. Vor den 1950er-Jahren hatte jedes Land seine eigene Umschrift. Deshalb findet man in älteren Büchern über China Umschriften chinesischer Wörter, die nicht dem Pinyin entsprechen. Wenn zum Beispiel von der Heimat des Konfuzius die Rede ist, schrieb die alte französische Umschrift „Lou“, weil „ou“ im Französischen wie ein deutsches „u“ ausgesprochen wird. Im Pinyin schreibt man dieses Wort „Lu“, denn das „u“ wird hier wie ein deutsches „u“ ausgesprochen (manchmal aber auch wie „ü“, das sehen wir in den nächsten Lektionen). Alle Unterschiede in der Aussprache zwischen dem Pinyin und dem Deutschen zu lernen, wäre sehr mühsam, ja unmöglich und für Anfänger völlig entmutigend. Es wäre auch nicht besonders nützlich. Dieser Chinesischkurs stellt die Unterschiede deshalb nach und nach vor. Eine Übersicht finden Sie jederzeit auf der Seite Das Pinyin.

Die Töne im Pinyin

Im Chinesischen entspricht jedem Schriftzeichen eine Silbe. Chinesische Wörter bestehen meist aus einer oder zwei Silben, manchmal aus drei, selten aus vier. Jede Silbe hat eine Bedeutung. Im Wort nǐhǎo „Guten Tag“ zum Beispiel bedeutet nǐ „du“ und hǎo „gut gehen“. Um auf Chinesisch Guten Tag zu sagen, wünscht man seinem Gegenüber, dass es ihm gut geht, so wie wir im Deutschen einen „guten Tag“ wünschen.
Im Hochchinesischen trägt jede Silbe einen Ton. Das heißt, ihre Tonhöhe bewegt sich zwischen tief und hoch. Das ist für Anfänger aus dem Westen ein schwieriger Punkt. Das Wahrnehmen (mit dem Ohr unterscheiden) und das Hervorbringen (Aussprechen) der Töne erwirbt man durch Übung, und das dauert in der Regel mehrere Monate. Lassen Sie sich also nicht entmutigen.

Im Chinesischen gibt es vier verschiedene Tonhöhenverläufe, man spricht von den vier Tönen des Chinesischen. Diese vier Töne werden durch Tonzeichen (Akzente) auf jeder Silbe gekennzeichnet. Es kann vorkommen, dass eine Silbe keinen Ton trägt. Man spricht dann vom neutralen Ton.

Beispiel für die vier Töne und den neutralen Ton mit der Silbe ma:

- 1. Ton: mā 妈 (Mama) das ist der hohe Ton oder erste Ton
Hören Sie:

- 2. Ton: má 麻 (Hanf) das ist der steigende Ton oder zweite Ton
Hören Sie:

- 3. Ton: mǎ 马 (Pferd) das ist der tiefe Ton oder dritte Ton
Hören Sie:

- 4. Ton: mà 骂 (beschimpfen) das ist der fallende Ton oder vierte Ton
Hören Sie:

- 5. Ton: ma 吗 (Fragepartikel: steht am Ende eines Satzes und macht ihn zur Frage) das ist der neutrale Ton oder fünfte Ton. Eigentlich handelt es sich um das Fehlen eines Tons. Man nennt ihn deshalb selten 5. Ton. Besser ist die Bezeichnung neutraler Ton.
Hören Sie:

Die Töne werden im Pinyin auf den Vokalen notiert. Welcher Vokal das Tonzeichen trägt, richtet sich nach folgender Rangfolge: a, o, e, u, i (außer wenn das u vor dem i steht: Dann steht der Ton auf dem i). Beispiele: mǎi, huā, jiā, dōu, shuō, què, suì, xiě, jiǔ …

Die Aussprache des Wortschatzes der ersten Lektion

Zusammenfassung des Wortschatzes der Lektion 1:

wǒ: ich, mich

nǐ: du, dich

tā: er, ihn

hǎo: gut gehen, gut sein

nǐhǎo: Guten Tag, hallo

hěn: sehr

ma: einfache Fragepartikel

ne: Fragepartikel (gibt die Frage zurück. Beispiel: Nǐ ne ? Und du?)

xièxie: danke

bù: Verneinung

zàijiàn: auf Wiedersehen

Üben Sie, diese Wörter nachzusprechen, und ahmen Sie dabei die aufgenommene Stimme nach.

Anmerkung zur Phonetik

Um Chinesisch gut auszusprechen, sollten Sie versuchen, die Aussprache der Aufnahmen so genau wie möglich nachzuahmen. Versuchen Sie auf keinen Fall, das Pinyin „abzulesen“.

Was die Töne betrifft, sollten Sie sich am Anfang nicht zu viele Sorgen machen. Sprechen Sie die Aufnahmen einfach nach und versuchen Sie, die Tonhöhe nachzuahmen.

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Dieser Kurs wird Ihnen in Zusammenarbeit mit Learn-chinese.online präsentiert.

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