贺知章
七言绝句
Erklärungen der Zeichen
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碧
«blaugrün, grüner Jade». 碧玉 «grüner Jade».
玉
«Jade». 碧玉 bezeichnet die glänzende Farbe des jungen Laubes.
妆
«schmücken, schminken». 妆成 «geschmückt, verziert wie ein Schmuckstück».
成
«werden, vollenden». 妆成 «ist geschmückt».
一
«ein, ganz». 一树高 «ein ganzer hoher Baum».
树
«Baum». 一树高 «ein hoher Baum».
高
«hoch». Der Baum aufrecht in die Höhe.
万
«zehntausend»; Hyperbel. 万条 «tausend Äste».
条
«Zweig, langer Stiel». 万条 «unzählige Äste».
垂
«hängen, herabhängen». 垂下 «hängen herab».
下
«unten». 垂下 «hängen herunter».
绿
«grün». 绿丝绦 «grüne Seidenbänder».
丝
«Seide, Seidenfaden». 丝绦 «Seidenband».
绦
«Band, Schnur». 绿丝绦 «grüne Seidenbänder», die Weidenzweige.
不
«nicht». 不知 «man weiß es nicht».
知
«wissen». 不知 «man ahnt es nicht».
细
«fein, zart». 细叶 «die feinen Blätter».
叶
«Blatt». 细叶 «die zarten Blätter».
谁
«wer». 谁裁出 «wer hat sie ausgeschnitten?».
裁
«schneiden, zuschneiden (Stoff)». 裁出 «durch Schneiden formen».
出
«hervorbringen, erzeugen». 裁出 «ausschneiden, entstehen lassen».
二
«zwei». 二月 «der zweite (Mond-)Monat», Frühlingsanfang.
月
«Monat; Mond». 二月 «Mondfebruar».
春
«Frühling». 春风 «der Frühlingswind».
风
«Wind». 春风 «die Frühlingsbrise».
似
«ähneln, wie». 似剪刀 «wie eine Schere».
剪
«mit der Schere schneiden». 剪刀 «Schere».
刀
«Messer, Klinge». 剪刀 «die Schere», die die Blätter schneidet.
Wörtliche Übersetzung
Mit grünem Jade geschmückt erhebt sich der Baum hoch;
Tausend Zweige hängen herab, grüne Seidenbänder.
Niemand weiß, welche Hand diese feinen Blätter ausgeschnitten hat:
Der Wind des zweiten Monats gleicht einer Schere.
Historischer und biografischer Kontext
Dieses Gedicht, 咏柳 (), «Ode an die Weide», verwandelt eine Frühlingsweide in ein phantasievolles Loblied auf die erwachende Natur.
Literarische Analyse
Struktur und Form
Siebenstrophiges Vierzeiler. Die ersten zwei Verse beschreiben den Baum durch Metaphern; die letzten zwei stellen eine geistreiche Frage, deren Antwort der Frühlingswind ist.
Bildsprache und Symbolik
Die Weide wird zu einem mit Jade geschmückten jungen Mädchen, ihre Äste zu Seidenbändern; der Frühling wird als Näherin personifiziert, die die Blätter «ausschneidet».
Bewegung und Geste
Das Schlussbild der Wind-Schere verleiht dem Frühling eine schöpferische Geste, als würde er selbst das Grün beschneiden.
Sprache und Tonalität
Klare und bilderreiche Sprache; der leichte und bewundernde Ton feiert die Frühlingsmetamorphose mit einem Hauch von Witz.
Hauptthemen
Das Lob des Frühlings
Das Gedicht verherrlicht die Wiedergeburt der Natur durch einen einzigen Baum.
Metapher und Einfallsreichtum
Der Vergleich des Windes mit einer Schere ist für seine poetische Erfindung berühmt geblieben.
Die Personifizierung der Natur
Der Frühling wird zum Handwerker, der der Pflanzenwelt Leben und Form verleiht.


