Nächtliches Anlegen in Fengqiao – Zhang Ji

张继 Zhāng Jì

七言绝句 Qīyán juéjù

Erklärungen der Zeichen

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yuè

„Mond“. 月落 „der Mond geht unter“.

luò

„fallen, untergehen“. 月落 „der Mond sinkt“.

„Rabe“. 乌啼 „der Rabe krächzt“.

„schreien, krächzen (Vogel)“. 乌啼 „der Ruf des Raben“.

shuāng

„Reif, weißer Frost“. 霜满天 „der Frost erfüllt den Himmel“.

mǎn

„voll, gefüllt“. 满天 „den ganzen Himmel“.

tiān

„Himmel“. 霜满天 „der Frost überall am Himmel“.

jiāng

„Fluss“. 江枫 „die Ahornbäume am Flussufer“.

fēng

„Ahorn“. 江枫 „die Fluss-Ahornbäume“.

„Fischerei, Fischer“. 渔火 „die Lichter der Fischer“.

huǒ

„Feuer, Licht“. 渔火 „die Laternen der Fischerboote“.

duì

„gegenüber, gegenüberliegend“. 对愁眠 „gegenüber meinem traurigen Schlaf“.

chóu

„Kummer, Melancholie“. 愁眠 „der Schlaf durchzogen von Traurigkeit“.

mián

„schlafen, Schlaf“. 愁眠 „im Kummer schlafen“.

„(Gu)“. 姑苏 „Gusu“, alter Name von Suzhou.

„(Su)“. 姑苏 bezeichnet die Stadt Suzhou.

chéng

„Mauer, Stadt“. 城外 „außerhalb der Stadtmauern“.

wài

„draußen, außerhalb“. 城外 „außerhalb der Stadt“.

hán

„kalt“. 寒山寺 „der Tempel des kalten Berges“ (Hanshan).

shān

„Berg“. Bestandteil des Namens 寒山寺.

„Tempel (buddhistisch)“. 寒山寺 „der Hanshan-Tempel“.

„Nacht“. 夜半 „Mitternacht“.

bàn

„Hälfte“. 夜半 „Mitternacht“.

zhōng

„Glocke“. 钟声 „der Glockenton“.

shēng

„Klang, Stimme“. 钟声 „das Läuten“.

dào

„ankommen, erreichen“. 到客船 „erreicht das Gäste-Boot“.

„Gast, Reisender“. 客船 „das Boot des Reisenden“.

chuán

„Boot, Schiff“. 客船 „das Boot des Fremden“.

Wörtliche Übersetzung

Der Mond geht unter, der Rabe krächzt, der Frost erfüllt den Himmel;
Die Ahornbäume am Fluss und die Lichter der Fischer liegen gegenüber meinem traurigen Schlaf.
Außerhalb der Mauern von Gusu, am Tempel des kalten Berges,
Erreicht das Läuten der Mitternachtsglocke das Boot des Reisenden.

Historischer und biografischer Kontext

张继 (Zhāng Jì, 8. Jahrhundert) verdankt seinen Ruhm diesem einzigen Gedicht, eines der bekanntesten der gesamten chinesischen Dichtung.

Dieses Gedicht, 枫桥夜泊 (Fēngqiáo yè bó), „Nächtliche Vertäuung an der Ahornbrücke“, beschreibt eine schlaflose Nacht auf einem Boot nahe Suzhou; es machte den Hanshan-Tempel (寒山寺) berühmt.

Literarische Analyse

Struktur und Form

Vierzeiler mit je sieben Zeichen. Der erste Zweizeiler sammelt nächtliche Sinneseindrücke; der zweite führt aus der Ferne den Klang der Glocke ein, der das Gedicht beschließt.

Bildsprache und Symbolik

Untergehender Mond, Krächzen des Rabens, Reif, Fischfeuer: eine Atmosphäre von Kälte und Einsamkeit, in der jedes Detail die Melancholie des Reisenden nährt.

Bewegung und Gestik

Die einzige „Bewegung“ des zweiten Zweizeilers ist klanglich: die Mitternachtsglocke, die den Raum durchdringt und das Boot erreicht, bricht das Schweigen.

Sprache und Ton

Dichte, bildhafte Sprache; der Ton ist einer ruhigen Traurigkeit, in der das ferne Glockengeläut die Einsamkeit sowohl mildert als auch verstärkt.

Hauptthemen

Die Einsamkeit des Reisenden

Fern seiner Heimat wacht der Dichter allein mitten in der Nacht.

Die nächtliche Melancholie

Nacht, Kälte und verstreute Klänge schaffen eine innere Landschaft aus zurückgehaltener Trauer.

Klang und Stille

Die Mitternachtsglocke, aus der Ferne kommend, verleiht der Stille ihre ganze Tiefe.