Der traditionelle Kalender heißt 农历 : 农 „die Landwirtschaft“ + 历 „der Kalender“ ⟶ der Bauernkalender. Man sagt auch 阴历 , „Yin-Kalender“, im Gegensatz zu 阳历 , dem Sonnenkalender, also unserem. Vorsicht: „Mondkalender“ ist eine Verkürzung. Die Monate folgen dem Mond, aber das Jahr wird durch einen Schaltmonat, 闰月 , der siebenmal in neunzehn Jahren eingefügt wird, wieder an die Sonne angepasst (Satz 21). Diese Seite schließt an Uhrzeit, Tage und Datum an: nach Uhr und Terminkalender der alte Kalender, dann die Wörter für Dauer, Häufigkeit und Vergangenheit.
Der Mondmonat beginnt bei Neumond. Seine ersten zehn Tage tragen 初 , „der Anfang“: 初一 , 初二 , bis 初十 ; danach zählt man normal. Der Fünfzehnte, 十五 , ist der Vollmondtag, und mehrere Feste fallen auf diesen Tag (siehe Feste). Der erste Monat heißt nicht „Monat eins“, sondern 正月 , und 正 wird dort im ersten Ton gelesen, nicht im vierten. Es heißt, die Lesung sei geändert worden, um den persönlichen Namen des Ersten Kaisers zu vermeiden; hundertprozentig sicher bin ich mir da nicht. Der zwölfte Monat ist 腊月 , benannt nach dem Opfer zum Jahresende.
Die 节气 sind vierundzwanzig Marken auf der Bahn der Sonne, etwa alle fünfzehn Tage eine. Weil sie sich nach der Sonne richten, fallen sie jedes Jahr auf dasselbe Datum unseres Kalenders, höchstens um einen Tag verschoben: Deshalb gibt die Liste Daten an. Acht von ihnen bilden das Gerüst. 立 „errichten“ eröffnet die vier Jahreszeiten (立春 , 立夏 , 立秋 , 立冬 ), 分 „teilen“ bezeichnet die beiden Tagundnachtgleichen, 至 „das Äußerste“ die beiden Sonnenwenden. Die sechzehn übrigen beschreiben den Himmel und die Felder der Ebene am Gelben Fluss: das Erwachen der Insekten, das Korn in Ähren, den fallenden Reif (in Kanton friert es im Oktober nicht, und das weiß jeder). Es sind Wörter, die man eher wiedererkennen als aufsagen muss.
Einige sind sehr lebendig geblieben. 清明 ist die Zeit, in der man die Gräber fegen geht (Satz 16). Zu 冬至 , der Wintersonnenwende, isst man im Norden Teigtaschen und im Süden Klebreisbällchen, und das Sprichwort sagt, sie sei so viel wert wie Neujahr: 冬至大如年 . Von diesem Tag an zählt man auch die neun Neun-Tage-Abschnitte des Winters, 数九 , so wie man im Sommer mit 入伏 in die Hundstage eintritt. Die Wörter für Kälte und Hitze stehen auf der Seite Das Wetter.
Bei der Dauer liegt die Schwierigkeit nicht im Wortschatz, sondern in der Stellung. Der Zeitpunkt steht vor dem Verb, die Dauer danach: 我昨天学了两个小时 , wörtlich „ich gestern lernen zwei Stunden“. Das ist eine der Regeln, die man am Anfang am häufigsten vergisst. Gefragt wird mit 多久 oder 多长时间 (Satz 1). 一会儿 ist „ein Moment“, und 半天 , „ein halber Tag“, heißt oft nur, dass einem die Zeit lang geworden ist (Satz 14).
Die Wörter der Häufigkeit treten paarweise auf, und die Paare sind keine Synonyme. 总是 stellt fest, 老是 beklagt sich. 常常 und 经常 liegen sehr nah beieinander (im Mündlichen sehe ich keinen klaren Unterschied). 从来 wird fast nur mit einer Verneinung gebraucht: 从来不 für eine Gewohnheit, 从来没 für das, was man noch nie getan hat (Satz 11). 往往 beschreibt, was in der Regel geschieht, und kann nicht von der Zukunft sprechen.
以前 und 以后 stehen hinter dem, worauf sie sich beziehen: 吃饭以前 , „essen vor“ ⟶ vor dem Essen. Das Deutsche hat „dann“, „danach“ und „später“; die drei chinesischen Wörter decken sich damit nicht ganz. 然后 reiht zwei Handlungen aneinander (Satz 6). 以后 blickt von einem Zeitpunkt aus weiter, ob in der Vergangenheit oder in der Zukunft (Satz 13). 后来 taugt nur für eine Erzählung in der Vergangenheit (Satz 12): Man kann nicht sagen „ich sage es dir 后来“. Ebenso ist 刚 ein Adverb, das am Verb klebt, und 刚才 ein Zeitnomen, wie „vorhin“ (Satz 8).
Das chinesische Verb wird nicht konjugiert. Die Zeit drücken diese Wörter aus, zusammen mit ein paar Partikeln: 现在 die Gegenwart, 过去 „das Vergangene“, 将来 „das, was kommen wird“, 未来 „das, was noch nicht gekommen ist“. Wie auf der vorigen Seite gesehen, liegt die Vergangenheit vorn (前) und die Zukunft hinten (后). Das Gedicht von Chen Zi’ang sagt es besser als eine Regel: vor ihm die Alten, hinter ihm die Kommenden (Satz 23).
Das Sprichwort in Satz 24 stammt aus einer Ballade der Han-Zeit, und alle Schulkinder haben es von ihren Eltern gehört. Der letzte Satz stammt von Konfuzius, der am Ufer eines Flusses steht (Satz 25, siehe Kapitel 9 der Gespräche des Konfuzius). 逝者 ist „das, was dahingeht“, und 夫 wird dort gelesen: Es ist eine Ausrufepartikel des klassischen Chinesisch, nicht das Wort „Ehemann“. Neun Zeichen, und alles ist darin.
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Gebrauchsanweisung: Jedes Wort trägt sein Niveau. ① das Wesentliche, ② das Geläufige, ③ das Genaue. Beginnen Sie mit den ①: sie reichen schon, um einen chinesischen Kalender zu lesen, zu sagen, wie lange schon, oder zu erzählen, was geschehen ist. Die Schaltfläche ▶ gibt die Aussprache, und ein Klick auf ein Zeichen öffnet seine Strichfolge.
Der Mondkalender
der Mondkalender („Bauernkalender“)
der Mondkalender („Yin-Kalender“)
der gregorianische Kalender („allgemeiner Kalender“)
der Sonnenkalender („Yang-Kalender“)
der erste Mondmonat
der zwölfte Mondmonat
der erste Tag des Mondmonats
der Fünfzehnte des Mondmonats, Vollmondtag
die Sonnenperiode (Jahreseinteilung)
die vierundzwanzig Sonnenperioden
der Schaltmonat
der Almanach (Glücks- und Unglückstage)
der immerwährende Kalender
in die Hundstage eintreten
die Neun-Tage-Abschnitte des Winters zählen
die Saison (was gerade Saison hat)
Die vierundzwanzig Sonnenperioden
Frühlingsanfang (um den 4. Februar)
Regenwasser (um den 19. Februar)
Erwachen der Insekten (um den 6. März)
Frühlings-Tagundnachtgleiche (um den 21. März)
Reine Klarheit (um den 5. April)
Kornregen (um den 20. April)
Sommeranfang (um den 6. Mai)
Kleine Fülle (um den 21. Mai)
Korn in Ähren (um den 6. Juni)
Sommersonnenwende (um den 21. Juni)
Kleine Hitze (um den 7. Juli)
Große Hitze (um den 23. Juli)
Herbstanfang (um den 8. August)
Ende der Hitze (um den 23. August)
Weißer Tau (um den 8. September)
Herbst-Tagundnachtgleiche (um den 23. September)
Kalter Tau (um den 8. Oktober)
Reiffall (um den 23. Oktober)
Winteranfang (um den 7. November)
Kleiner Schnee (um den 22. November)
Großer Schnee (um den 7. Dezember)
Wintersonnenwende (um den 22. Dezember)
Kleine Kälte (um den 6. Januar)
Große Kälte (um den 20. Januar)
Die Dauer
wie lange?
wie lange? (genauer)
ein Moment, ein Weilchen
lange
sehr lange, eine Ewigkeit
ununterbrochen, schon immer
lange, lang (zeitlich)
für immer
vorläufig, fürs Erste
vorübergehend; im letzten Moment
langfristig
kurzfristig
eine Zeit lang, eine Weile
ein halbes Jahr, sechs Monate
ein kurzer Augenblick
ein Wimpernschlag, der Augenblick
Die Häufigkeit
oft
oft, regelmäßig
manchmal
immer, die ganze Zeit
normalerweise, im Alltag
jedes Mal
selten
schon immer (mit Verneinung: nie)
nie, niemals
ab und zu, gelegentlich
oftmals, in der Regel
andauernd (verärgert)
gewöhnlich, üblicherweise
selten, ausnahmsweise einmal
Vorher, währenddessen, danach
vorher, früher
nachher, später
vorhin, gerade eben
gerade (etwas getan haben)
schon
gerade dabei sein
dann, anschließend
am Ende, zuletzt
zuerst
vor (einem bestimmten Zeitpunkt)
nach (einem bestimmten Zeitpunkt)
später, danach (in einer Erzählung in der Vergangenheit)
in dem Moment, damals
sofort
gleich, kurz davor sein
plötzlich
endlich, schließlich
jederzeit
früher oder später
im Voraus, vorab
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
jetzt, die Gegenwart
die Vergangenheit; früher
in letzter Zeit; demnächst
vor sehr langer Zeit
die Zukunft, später einmal
die Zukunft (das noch nicht Gekommene)
zurzeit, gegenwärtig
einst, es war einmal
das Altertum, die alte Zeit
die Moderne, die Neuzeit
das Zeitalter, die Epoche
die Geschichte
früher einmal, schon einmal (getan haben)
heutzutage
seinerzeit, in jenen Jahren
von nun an, künftig
die Dynastie
Die vergehende Zeit in Redewendungen
Tag um Tag, Monat um Monat (nach und nach ansammeln)
ein Morgen und ein Abend (von heute auf morgen)
was nur einmal in tausend Jahren vorkommt
die Zeit ist vergangen, die Dinge haben sich geändert
das Alte wiederholen, um das Neue zu verstehen
vom Altertum bis heute
die Jahre verschonen niemanden
mit der Zeit gehen
die Wintersonnenwende ist so viel wert wie Neujahr
Die Zeit in Alltagswörtern
die Zeit (die man erlebt), die Momente
die Zeit (die man zur Verfügung hat), die Muße
entschuldigen Sie, dass Sie warten mussten
die Zukunft (eines Menschen), die Aussichten
die Folgen
rückständig, zurückgeblieben
fortschrittlich, hochmodern
die Jahre, die vergehende Zeit
dauerhaft, auf Dauer
Beispielsätze
Wie lange lernst du schon Chinesisch?
Warten Sie bitte einen Moment, ich komme sofort.
Früher habe ich in Peking gewohnt, jetzt wohne ich in Shanghai.
Er ist schon gegangen, du kommst zu spät.
Ich gehe oft in dieses Restaurant, manchmal allein.
Wir essen zuerst, dann gehen wir ins Kino.
In letzter Zeit habe ich viel zu tun, ich hatte keinen Moment zum Ausruhen.
Ich bin gerade angekommen, er wartet auf mich.
Das Frühlingsfest fällt auf den ersten Tag des ersten Mondmonats: Das Datum ändert sich jedes Jahr.
Die Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag des Jahres.
Er kommt nie zu spät, heute ist das erste Mal.
Wir haben uns eine Ewigkeit nicht gesehen: Wohin bist du danach gegangen?
Das ist nur vorläufig, später wird es besser.
Nach langem Warten ist er endlich gekommen.
Was möchtest du später einmal beruflich machen?
Um das Qingming-Fest herum fahren viele Leute in ihre Heimat zurück, um die Gräber zu fegen.
Der Film fängt gleich an, lass uns schnell hineingehen.
Die Menschen im Altertum schrieben mit dem Pinsel, die Menschen von heute tippen auf dem Handy.
Die vierundzwanzig Sonnenperioden reichen vom Frühlingsanfang bis zur Großen Kälte.
Eine Sprache lernt man Tag um Tag, das ist keine Sache von einem Morgen und einem Abend.
In einem Jahr mit Schaltmonat hat der Mondkalender dreizehn Monate.
Eine solche Gelegenheit kommt nur einmal in tausend Jahren, lass sie dir nicht entgehen.
Vor mir sehe ich die Menschen von einst nicht; hinter mir sehe ich die Kommenden nicht. (Chen Zi’ang, Tang-Zeit)
Wer sich in der Jugend nicht anstrengt, dem bleibt im Alter nur das Bedauern. (Gedicht aus der Han-Zeit)
Alles vergeht wie dieses Wasser; nichts hält inne, weder bei Tag noch bei Nacht. (Gespräche, IX.16)


