Ein Nurflügler ist dieses große, einzelne Dreieck, das gleichzeitig als Tragfläche und Leitwerk dient – auf Chinesisch 三角翼 sānjiǎoyì, wörtlich „Dreieckflügel“. Die folgende Faltanleitung zeigt eine Papierversion: sehr breite Tragfläche, kurze und dicke Nase, die Silhouette eines Abfangjägers. Er fliegt schnell und geradeaus, steigt aber weniger sanft als Segelflugzeuge mit langem Rumpf. Es ist ein Flugzeug für große Räume oder für den Außenbereich bei windstillem Wetter.
Neun Schritte, ein rechteckiges Blatt im Querformat – bereits ein Unterschied zu den meisten Papierflugzeugen, die im Hochformat beginnen. Zwei schräge Falzungen erledigen fast die gesamte Arbeit. Der am schwersten lesbare Teil ist die kleine Verriegelungsklappe in Schritt 7: Die ursprüngliche Anleitung zeichnet sie winzig, und ich beschreibe sie so gut wie möglich.
Kurzübersicht
- Papier: ein normales rechteckiges Blatt, z. B. A4, im Querformat
- Anzahl der Schritte: 9
- Verwendete Falzungen: Talfalz, Bergfalz
- Schwierigkeitsgrad: mittel (die Symmetrie der Schritte 4 und 5 ist entscheidend)
- Dauer: 5 Minuten
- Flugverhalten: schnell und straff, steiler Sinkflug
Die verwendeten Falzungen
Zwei Falztypen reichen aus: die Talfalz und die Bergfalz, die beide auf der Seite Grundfalzungen im Origami ausführlich erklärt werden. Die Anleitung selbst verwendet Linien: gepunktet für die Talfalz, strichpunktiert (Striche und Punkte) für die Bergfalz, Doppelpfeil für „falten und wieder öffnen“. Diese Konventionen sind in den Origami-Symbolen zusammengefasst und gelten für alle Modelle dieser Website.
Die Faltanleitung Schritt für Schritt
Schritt 1 — Mittellinie und Mittelpunkt markieren
Legen Sie das Blatt im Querformat hin, mit der bedruckten Seite nach unten. Falten Sie es in der Höhe halb und öffnen Sie es wieder: Die horizontale Mittellinie durchzieht nun das gesamte Blatt. Bringen Sie dann die linke Kante zur rechten Kante, markieren Sie aber nur die Mitte auf der Mittellinie. Diese kleine vertikale Markierung wird nur einmal in Schritt 3 benötigt, und es ist besser, sie zu haben, als sie schätzen zu müssen.
Schritt 2 — Die beiden Viertel-Falzungen
Klappen Sie die Oberkante zur Mittellinie, markieren Sie sie und öffnen Sie sie wieder. Tun Sie dasselbe mit der Unterkante. Sie erhalten zwei Falzungen, die bei einem Viertel und drei Vierteln der Höhe liegen. Noch bewegt sich nichts: Das sind nur Markierungen, und die Anleitung zeichnet sie übrigens gepunktet und nur über einen Teil der Breite.
Schritt 3 — Die rechte Kante umklappen
Klappen Sie die rechte Kante nach links, bis sie auf der in Schritt 1 markierten Mittelmarkierung aufliegt. Die Falz liegt also bei drei Vierteln der Breite, und das Modell verliert ein Viertel seiner Länge. Der graue Streifen in der Anleitung ist einfach die Rückseite des Papiers: Sie bleibt bis zum Ende sichtbar, was schön aussieht, wenn Sie ein einseitig bedrucktes Blatt falten.
Schritt 4 — Die erste schräge Falzung
Klappen Sie die untere rechte Ecke nach oben und links entlang der gepunkteten Diagonale. Die beiden kleinen Kreise in der Anleitung zeigen Start und Ziel: Die Spitze der Ecke muss an der Schnittstelle der Viertel-Falzung und der Kante des grauen Streifens aufliegen. Nehmen Sie diese Markierung ernst – sie bestimmt den Winkel des zukünftigen Flügels und damit die Fluglinie.
Schritt 5 — Die zweite schräge Falzung
Klappen Sie nun die obere rechte Ecke nach unten, genau auf dieselbe Weise und zur symmetrischen Markierung. Die beiden schrägen Kanten treffen sich auf der Mittellinie, und das Modell bekommt endlich seine Pfeilform. Falls sich die beiden Dreiecke nicht gut überlappen, falten Sie es auseinander und beginnen Sie von Neuem: Ein unsymmetrischer Nurflügler dreht sich im Flug, und keine Flügeljustierung kann das ausgleichen.
Schritt 6 — Die Spitze umklappen
Klappen Sie die Spitze nach links bis zum Schnittpunkt der beiden vorherigen schrägen Falzungen: Dieser Punkt liegt auf der Mittellinie, dort, wo sich die beiden umgeklappten Kanten treffen. Die Nase wird gerade statt spitz. Das scheint schade, nachdem man die Spitze so sorgfältig gearbeitet hat, aber eine abgestumpfte Nase verkraftet Landungen besser und beschwert die Front, was ein Nurflügler braucht.
Schritt 7 — Die kleine Verriegelungsfalz
Klappen Sie das kleine Dreieck, das unter der Nase frei bleibt, nach oben entlang der gepunkteten Linie, sodass es die gerade umgeklappte Spitze fixiert. Das verhindert, dass sich die Front beim ersten Wurf öffnet. Die ursprüngliche Anleitung zeichnet sie sehr klein, und ich bin mir nicht zu hundert Prozent sicher über ihren genauen Verlauf; das ist eine Falz, die man vor allem durch Ausprobieren versteht.
Schritt 8 — In der Mitte als Bergfalz falten
Falten Sie das Modell entlang der Mittellinie als Bergfalz: Die beiden Hälften gehen nach hinten, und die Mittellinie wird zum Bauch des Flugzeugs. Die strichpunktierte Linie in der Anleitung (abwechselnd Striche und Punkte) bedeutet immer eine Bergfalz.
Schritt 9 — Die Tragflächen
Klappen Sie die obere Tragfläche nach unten entlang der gepunkteten Linie, die von der Nase aus nach hinten verläuft. Drehen Sie das Modell um und wiederholen Sie die gleiche Falzung auf der anderen Seite. Beide Tragflächen müssen an derselben Stelle liegen: Legen Sie das Flugzeug auf den Tisch und betrachten Sie es von vorne – das ist die schnellste Kontrolle.
Das fertige Flugzeug
Halten Sie es von unten fest, direkt hinter der Nase, und werfen Sie es kräftig, leicht nach oben. Ein Nurflügler mag keine sanften Würfe: Die Geschwindigkeit lässt ihn tragen. Steigt er auf und sackt dann ab, spreizen Sie die Tragflächen etwas nach oben; taucht er ab, ziehen Sie sie enger zusammen.


